Lebensstationen

Geburt

Magnus Friedrich Roos wurde am 6. Sept. 1727 in Sulz a.N. in diesem Haus, dem sogenannten Pfleghof geboren. Sein Vater war der geistliche Pfleghofverwalter Christoph Friedrich Roos und seine Mutter war die Kronenwirtstochter Maria Barbara geb. Plocher.

Dieses Gebäude ist wegen seiner historischen Bedeutung Teil des Historischen Stadtrundganges der Stadt Sulz. Das Foto zeigt das Geburtshaus bei einer der vielen Überschwemmungen des Neckars.

Taufe

In der Stadtkirche von Sulz a.N. wurde er 1727 getauft. 1740 am Sonntag Quasimodogeniti wurde er von Pfarrer Christian Neuffer auch dort konfirmiert.

Sulz/Neckar

Alter Stich von Sulz am Neckar

Luftaufnahme Sulz/Neckar

Luftaufnahme: Sulz/Neckar heute

Rosenfeld

Am 25. April 1740, am Tag nach seiner Konfirmation, wurde er von seinem Vater nach Rosenfeld geführt, um bis zum Herbst 1740 des dortigen Stadtpfarrers M. Johann Jakob Flatt Kostgänger und Schüler zu sein.

Evang. Klosterschule Blaubeuren

Nachdem er im Herbst 1740 das Landexamen in Stuttgart zum 3.mal bestanden hatte, wurde er mit zwanzig anderen Jünglingen in die evang. Klosterschule in  Blaubeuren befördert.

Evang. Klosterschule Bebenhausen

Im Jahr 1742 wurde er mit seinen Altersgenossen in die evangelische Klosterschule Bebenhausen bei Tübingen versetzt, wo er bis 1744 blieb.

Evangelisches Stift Tübingen

Im Herbst 1744 wurde er schließlich vom herzoglichen Stipendium ins evang. Stift nach Tübingen befördert. Dort studierte er nach der vorgeschriebenen Ordnung zwei Jahre Philosophie.

Magister

Im Herbst 1746 bekam er dann neben seinen Compromotionalen den Titel Magister.

Er setzte nun sein theologisches Studium fort. Im Jahre 1749 wurde er vom herzoglichen Consistorium examiniert und erhielt damit die Erlaubnis, Kirchendienste als Vikar zu versehen.

Derendingen

Nach seinem Consistorial-Examen anno 1749 wurde er nach Derendingen berufen. Er begann dort seine erste Stelle als Vikar, um Pfarrer Ammermüller im Kirchendienst zu unterstützen.

Calw

Anno 1750 wurde er an seine zweite Stelle zu Prälat und Special (Pfarrer) Breg nach Calw berufen.

Owen

Das Vikariat in Owen bei Kirchheim/Teck brachte ihn 1751 mit dem Pfarrer M. Christoph Friedrich Steinhofer zusammen, der gleichzeitig Pfarrer zu Dettingen bei Urach war.

Stuttgart

Im Jahre 1752 wurde er nach Stuttgart zitiert, um auf eine Repetenten-Stelle examiniert zu werden und sodann als „Magister Repetens“
ins evangelische Stift nach Tübingen zurück zu kehren.

Das Vikariat an der Stiftskirche in Stuttgart durfte er dann im Jahre 1755 übernehmen. Er wurde bei dem Leibmedicus Dr. Reuß in Kost und Wohnung aufgenommen.

Göppingen

Im Jahre 1757 ernannte ihn das herzogliche Consistorium zum zweiten Diaconus in Göppingen. Am 28. August (13. Sonntag nach Trinitatis) wurde er dort eingesegnet. Am 22. November 1757 heiratete er Christina Rosina Barbara verw. Raser, geb. Gmelin (Tochter des Dr. Joh. Konrad Gmelin, Apotheker in Tübingen). Dieser Ehe entstammten fünf Kinder. Lediglich der Erstgeborene Johann Friedrich blieb am Leben. Am 12. Juni 1766 verstarb seine Ehegattin nach einer unglücklichen Geburt.

Lustnau und Bebenhausen

Am 16. Juli 1764 musste er „auf ungesuchte gnädige Vokation“ nach Stuttgart reisen, um daselbst als einer, der auf ein Dekanat Anwartschaft hat, in der Hofkapelle zu predigen, um hernach im Consistorio examiniert zu werden. Am 3. April 1767 zog er nach Lustnau und wurde am 21. April bei seiner Investitur als Pfarrer gleichzeitig zum Dekan von Bebenhausen befördert. Am selben Tage wurde er mit Jungfer Susanna Barbara, geb. am 4. Juli 1739, Tochter des Klosterbaumeisters zu Adelberg, Johann Jakob Wittel getraut. 

Kupferstich

Kupferstich:

ehemaliges Benediktiner-Kloster Anhausen/Brenz im 17. Jahrhundert

Luftaufnahme

Luftaufnahme: Kloster Anhausen an der Brenz heute

Prälatur in Anhausen/Brenz

Als Magnus Friedrich Roos seine Kräfte abnehmen fühlte bat er, anstatt eines mühevollen Dekanatamts, ihm gnädigst eine Prälatur zu verleihen. Im Jahre 1784 wurde er dann vom damaligen württembergischen Herzog Karl Eugen zur Prälatur von Anhausen/Brenz befördert.

Am 6. Juli 1784 wurde er als Prälat im herzoglichen Geheimrath confirmiert und beeidigt und zog schließlich Ende Juli von Lustnau nach dem ehemaligen Benediktiner-Kloster Anhausen/Brenz.

Im Jahre 1788 wurde er durch eine ordentliche Wahl Mitglied des größeren Ausschusses der württembergischen Landschaft und war so genötigt, einen Teil des Jahres in Stuttgart zu verbringen.

 

Ehemaliges Studierzimmer in der Prälatur

Ehemaliges Studierzimmer von Prälat Magnus Friedrich Roos in der Prälatur in Anhausen/Brenz mit Blick auf die Winterkirche.

Ephitaph

Dieses Epitaph wurde von seiner 2. Ehefrau Susanna Barbara und seinem Sohn, Johann Friedrich Roos, Dekan in Marbach, errichtet.

Es stand ursprünglich in der Winterkirche in Anhausen/Brenz, wurde nach der Entweihung der Kirche von der Familie Roos gesichert und fand schließlich im Jahre 2005 im Chor der Stadtkirche Sulz a.N. seinen endgültigen Standort.

So kehrte Magnus Friedrich Roos wieder an seinen Geburtsort zurück.

 

Pfarrhaus Rosenfeld

Das Foto von Hanne-Lore Kaiser zeigt das frühere Pfarrhaus und heutige evang. Gemeindehaus in Rosenfeld.

Hier lebte Magnus Friedrich Roos 1740 als Schüler und Kostgänger bei Pfarrer M. Johann Jakob Flatt zur Vorbereitung auf das Landexamen.

Gedenktafel

Diese Gedenktafel hat die Gemeinde Sulz a.N. an der Wand neben dem Geburtshaus in der Sonnenstraße 13/1 anbringen lassen. Magnus Friedrich Roos ist auch als berühmter Sulzer Bürger auf der Homepage seiner Heimatstadt zu finden.

Winterkirche in Anhausen/Brenz

Das Foto zeigt die Winterkirche zusammen mit der Prälatur im Hintergrund.