28.02.2024

In Christo seid ihr beschnitten mit der Beschneidung ohne Hände durch Ablegung des sündlichen Leibes im Fleisch, nämlich mit der Beschneidung Christi; in dem, daß ihr mit Ihm begraben seid durch die Taufe.


Kol. 2,11.12. Die Juden prangten mit ihrer Beschneidung am Fleisch, und meinten, dadurch als das Volk Gottes vor allen Völkern ausgezeichnet zu sein. Sie mußte auch ehemals am Fleisch geschehen, und war ein Zeichen des Bundes, den Gott mit Abraham gemacht hatte. Es hat aber Paulus schon Röm. 2, 28.29. geschrieben: der ist nicht ein Jude, der auswendig ein Jude ist, auch ist das nicht eine Beschneidung, die auswendig im Fleisch geschieht, sondern das ist ein Jude, der inwendig verborgen ist, und die Beschneidung des Herzens ist eine Beschneidung, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht: welches Lob ist nicht aus Menschen, sondern aus Gott. Kol. 2,11.12. aber erklärt er diese Herzens-Beschneidung noch weiter, und sagt, sie geschehe ohne Hände, und bestehe in der Ablegung des sündlichen Leibes im Fleisch. Er nennt sie eine Beschneidung Christi, und sagt, sie sei bei den Kolossern schon damals geschehen, da sie mit Christo durch die Taufe begraben worden seien. Der sündliche Leib im Fleisch ist das System oder der Zusammenhang der herrschenden Sünden. Gleichwie an einem Leib, der etwas Einiges und Ganzes ist, alle Glieder aneinander hangen, also schließt die Verderbniß der Seele viele sündliche Neigungen in sich, die aneinander hangen, und mit einander gleichsam einen Leib ausmachen. Dieser Leib muß nun abgelegt werden; die Herrschaft der Sünde muß gebrochen werden; der Zusammenhang der bösen Lüste muß aufgelöst werden: und dieses ist die Herzens-Beschneidung, die im Geist geschieht. Wer dieselbe nicht erfahren hat, wird von Gott für unbeschnitten, das ist für einen unreinen Heiden gehalten, ob er schon am Fleisch beschnitten wäre, s. Ap. Gesch. 7,51. Röm. 2,25. Wenn nun ein Kind oder ein erwachsener Mensch getauft wird, und die Kraft der heiligen Taufe erfährt, so wird er dieser Herzens-Beschneidung theilhaftig, weil er durch die Taufe so gewiß mit Christo begraben wird, so gewiß er mit Wasser übergossen oder bedeckt wird. Er bekommt nämlich einen Antheil an dem Tod Jesu. Er stirbt mit Christo, dem Gesetz und der Sünde. Wie Christus als ein Todter im Grab lag: so wird der Täufling todt gegen die Sünde, und von derselben so geschieden, wie ein Todter von seinem vorigen Herrn geschieden ist. Paulus konnte die Kolosser mit dieser Herzens-Beschneidung, welche sie durch ihre Taufe empfangen hatten, trösten, weil sie dieselbe nachher nie wieder verloren hatten: jetzt muß man aber die allermeisten Christen an ihre Taufgnade als an ein verlornes Kleinod, das man aber durch die Bekehrung wieder suchen und finden soll, mahnen. So beschneide denn der HErr Jesus unsere und der Unserigen Herzen, und lasse uns die Kraft Seines Todes zur Ertödtung der Sünde immer völliger erfahren. Niemals müsse der Leib der Sünde im Fleisch, wenn er einmal seine tödtliche Wunde durch den Glauben an den gekreuzigten Jesum bekommen hat, wieder genesen und erstarken: niemals müsse er wieder angezogen werden, wenn er einmal abgelegt ist, und die sich immer noch regenden Glieder derselben müssen bei dem Wachsthum in der Heiligung immer mehr getödtet werden. Es geschehe also! Mel.: Nun laßt uns Gott dem Herren. 1.
Mein Heiland ward beschnitten, Und hat schon früh gelitten;
Er trug in Gottes Bunde Schon Seine erste Wunde. 2.
Ich bin seit dieser Stunde Mit ihm in Gottes Bunde.
Mein Taufen hat’s beditten, Ich sei mit Ihm beschnitten. 3.
Daher ich gläubig rühme: Gott ist mein Gott in Ihme.
Der Bund steht ewig feste, Deß ich mich sterbend tröste. 4.
Dank sei Dir für Dein Leiden, Mein Jesu, im Beschneiden;
Dein Nam’ soll auf mich kommen, Den Du da angenommen. 5.
Den wollest Du zum Segen Auch auf mich Aermsten legen,
In welchem man auf Erden Nur kann gesegnet werden. 6.
Gott hat ihn Dir gegeben, Daß wir durch solchen leben.
Ach, mach’ mir diesen Namen Zum Heil, zum Trost, zum Amen!