14.06.2026

So ihr in Mir bleibet, und Meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollet, und es wird euch widerfahren.

Joh. 15,7. Jakobus sagt, wir sollen im Glauben bitten, Christus selbst aber, wir sollen in Seinem Namen bitten, und Johannes, wir sollen nach Gottes Willen bitten, und bei allen diesen Anweisungen wird auch die Erhörung des Gebets verheißen. Dieses Alles aber lehrt Christus, indem Er sagt: so ihr in Mir bleibet, und Meine Worte in euch bleiben, so werdet ihr bitten, was ihr wollet, und es wird euch widerfahren. Ein Christ ist durch den Glauben in Christo Jesu, und hält Seinen Jesusnamen für den Grund seiner Zuversicht gegen Gott. Er ist mit Christo vereiniget, wie eine Rebe mit dem Weinstock, folglich lebt er nicht mehr sich selber. Der HErr Jesus ist auch in ihm, wie Er selbst Joh. 15. und 17. mehrmalen sagt. Er sagt aber Joh. 15,7., da Er vom Bitten redete, daß Seine Worte in Seinen Jüngern bleiben, weil Er Sich ihnen, indem Er in ihnen ist, durch Seine Worte offenbaret, und weil Seine Verheißungen bei dem Beten die Zuversicht erwecken, und Seine Gebote die Materie an die Hand geben. Die Worte Jesu bleiben in uns, wenn wir sie nicht nur im Gedächtniß behalten, sondern wenn auch der Eindruck, den sie in uns gemacht haben, in uns bleibt, da wir dann durch den Heiligen Geist zu rechter Zeit immer auch wieder daran gemahnt, und auf diese Weise tüchtig gemacht werden, den HErrn Jesum im Glauben zu bitten, daß Er Seine wahrhaftigen Worte an uns erfülle. Gleichwie also das ganze Christenthum im Glauben an den Namen Jesu in der tiefsten Unterwürfigkeit unter Gott geführt werden muß, also muß auch das Beten auf diese Weise geschehen. Ein Christ darf nicht als eine trotzige, eigenwillige und unbotmäßige Kreatur bitten, sondern muß bei dem Bitten in Christo Jesu sein, und Seine Worte in sich haben; alsdann darf er bitten, was er will, und es wird ihm widerfahren. Große Verheißung! Gott will Alles, was gut ist. Weil aber des Guten viel ist, und Gott nach Seiner unumschränkten Freiheit Seinen Zweck durch vielerlei Mittel erreichen kann, so siehet Er bei der Wahl der Mittel auch auf den Willen des glaubigen Beters, und läßt ihm widerfahren, was er bittet; da er hingegen ohne dieses Bitten etwas Anderes hätte geschehen oder ihm gar des Guten mangeln lassen. Der HErr Jesus sagte Seinen Jüngern Joh. 14.15. und 16.: Er wolle ihnen bald Seine sichtbare Gegenwart entziehen, sie aber werden von Ihm zeugen, dabei aber den Haß der Welt erfahren. Da sie sich nun hiebei ängstlich hätten bekümmern und fragen können, wie sie sich in diesem oder jenem Fall verhalten und durchbringen müssen, so versprach Er ihnen anstatt weitläufiger Anweisungen den Beistand des Heiligen Geistes, und wies sie auf das Bleiben in Ihm selbst, auf die Bewahrung Seiner Worte, und auf das Bitten. Nun dieser Trost und diese Anweisung des HErrn Jesu gilt auch uns, die wir in der argen Welt leben, und Ihm unter vielen Versuchungen dienen sollen. Wenn wir in Christo Jesu bleiben, und Seine Worte in uns behalten, und nach denselben bitten, so wird uns, bei dem täglichen Gefühl unserer Schwachheit, nichts mangeln (Ps. 23,1.), der HErr wird immer das Nöthige geben, und Alles wohl machen. Mel.: Jesus meine Zuversicht. 1.
Bitte und erhöret sein,
Ist ein Recht für Gottes Kinder.
Denn ob auch die Sünder schrei’n,
Höret Gott doch nicht die Sünder;
Weil der Vater nichts verheißt,
Als im Sohn und durch den Geist. 2.
Dankt, ihr Kinder, für die Huld,
Die der Vater uns geschenket,
Daß Er nach vergeb’ner Schuld
An der Kinder Bitten denket;
Wollen sie, Er willigt ein,
Sollt’ es auch gelallet sein. 3.
Wollt ihr Weisheit, sie ist da;
Brod und Kleidung soll nicht fehlen;
Sein Wort speist die Seelen ja,
Und des Sohns Blut schmückt die Seelen;
Wollt ihr Segen, Er ist reich,
Was ihr wollet, gibt Er euch. 4.
Vater, nimm denn Dank und Ruhm,
Daß Du uns so gnädig hörest,
Und dem lieben Eigenthum
Mehr, als wir versteh’n, gewährest.
Vater, dieses fehlt uns nun,
Hol’ uns heim; Du wirst es thun.