08.08.2026
Seid fest im Glauben, wie ihr gelehret seid.
Kol. 2,7. Es war schon zu der Apostel Zeit sehr nöthig, im Glauben fest zu werden, weil neben den Leiden, welche auf die Glaubigen zustürmten, auch viele Verführer und Betrüger in der Welt waren, welche unbefestigte Seelen verwirren und von der erkannten Wahrheit abführen konnten, wie in den Briefen der Apostel mehrmals angezeigt wird. Aber auch nach dem Tod der Apostel und bisher, vorzüglich aber auch zu der jetzigen Zeit, da der Abfall von der christlichen Religion sehr überhand nimmt, ist die apostolische Ermahnung: seid fest im Glauben, wie ihr gelehret seid, allen wahren Christen sehr nöthig. Wie kann man aber im Glauben fest werden? Soll ein jeder Christ alle weither geholten Beweise von der Wahrheit des Evangeliums, welche die Gelehrten gesammelt haben, sich bekannt machen? Soll ein jeder alle Einwendungen der Feinde der Wahrheit wissen und widerlegen können? Dieses Alles ist den allermeisten Christen unmöglich. Der treue und barmherzige Gott, dem di Seele des Ungelehrten so lieb ist, als die Seele des Gelehrten, muß einen näheren Weg zur Festigkeit im Glauben in Seinem Wort gezeigt haben. Dieser Weg ist der Weg des Gehorsams, denn Christus sagt Joh. 7,17.: so Jemand will den Willen dessen thun, der Mich gesandt hat (so weit ihm derselbe Wille bekannt ist), der wird inne werden, ob Meine Lehre von Gott sei. Er ist ferner ein Weg der erbetenen Erleuchtung. So Jemand Weisheit mangelt, der bitte von Gott, der da gibt einfältiglich Jedermann u.s.w. Jak. 1,5. Der himmlische Vater offenbart Seinen Sohn in der Seele durch den Heiligen Geist, und der Sohn offenbart den Vater durch den Heiligen Geist; Christus erleuchtet die Seele als das Licht der Welt, Er öffnet das Verständniß, und gibt erleuchtete Augen des Verständnisses durch den Geist der Weisheit und der Offenbarung; dadurch entstehen helle, gewisse, kräftige Einsichten, bei welchen man bleibet, die Welt mag nebenher erdenken und plaudern, was sie will. Es ist ferner ein Weg der geistlichen Empfindung. Das Evangelium ist eine Kraft Gottes zur Seligkeit; die Wahrheit macht von der Sünde frei; man wird in der Wahrheit geheiligt; sie erquickt und tröstet die Seele gründlich; und aus diesen Wirkungen, welche man in sich selbst empfindet, wird sie als Wahrheit erkannt. Es ist ferner ein Weg der Prüfung, welche auch einem Einfältigen möglich ist. Man betrachte die Beschaffenheit der Personen, welche glauben, und nicht glauben, und bedenke, daß nur die wahre Lehre ein guter Samen sei, der gute Früchte hervorbringe, folglich von guten Früchten auf eine gute Lehre geschlossen werden könne. Es ist endlich ein Weg der Anbetung Gottes und der Geduld. Wird je die Seele eines Christen durch Zweifel oder neue Meinungen beunruhiget, so soll er nur nicht schnell zufahren, sondern still stehen, beten, und mit Geduld warten, bis seine Seele genug Licht empfangen hat, Alles zu prüfen. Auf diesem Weg, welcher ein einiger, heiliger und gebahnter Weg ist, worauf auch die Thoren nicht irren können, mache mich, o treuer und wahrhaftiger Gott, im Glauben immer fester. Mel.: Was Gott thut, das ist wohlgethan. 1. Ich kenne Jesum, Gottes Sohn, Und bin Sein Jünger worden; Regt sich die Macht der Feinde schon Mit Dräuen und mit Morden, So bleibt doch Er Mein Gott und HErr; Ich will Ihn frei bekennen Und meinen Heiland nennen. 2. Ich weiß es, was Er mir gethan, Wie hoch Er mich geliebet: Er nahm sich meiner herzlich an, Ward bis zum Tod betrübet Und starb für mich; Sein Blut hab’ ich, Das reinigt mich von Sünden; Was könnt’ ich Theurer’s finden? 3. Ich glaube Seinem Wort und Geist, Dem Wort und Geist der Gnaden. Er hält mir fest, was Er verheißt, Was sollt’ ein Fleisch mir schaden? Ich habe Gott; Welt, treibst Du Spott, Ich kann bei Hohn und Schmähen Zu Gott als Vater flehen. 4. Vom Menschendräuen stirbt kein Christ, Er weiß es, wenn er lebe, Und weiß, wie groß das Erbtheil ist, Das Gott den Seinen gebe. Er lebt dem HErrn, Und stirbt Ihm gern. HErr! laß mich Dir auch sterben, Und laß mich mit Dir erben.